Die Grundrechnung: Wh = W × h
Jedes Gerät hat eine Leistungsaufnahme in Watt (steht auf dem Typenschild oder Netzteil). Multipliziere sie mit den Stunden, die das Gerät pro Tag läuft, und du hast den Tagesbedarf in Wattstunden. Beispiel: Eine Kompressor-Kühlbox mit 50 W Nennleistung läuft getaktet – real kommen je nach Außentemperatur typischerweise 300 bis 500 Wh pro Tag zusammen. Ein Laptop braucht pro voller Ladung grob 50 bis 70 Wh, ein Smartphone 15 bis 20 Wh.
Wichtig: Rechne etwa 10 bis 15 % Reserve für die Umwandlungsverluste des Wechselrichters ein – die auf dem Gerät angegebene Kapazität kommt nie zu 100 % bei deinen Geräten an. Und prüfe die Watt-Angaben deiner eigenen Geräte auf dem Typenschild, statt mit Pauschalwerten zu planen: Unsere Zahlen sind typische Größenordnungen, kein Ersatz für den Blick aufs eigene Equipment.
Beispielrechnung: ein Wochenende zu zweit
Nehmen wir ein typisches Camping-Wochenende (2 Tage): Kühlbox 2 × 400 Wh = 800 Wh, zwei Smartphones täglich laden 4 × 18 Wh = 72 Wh, ein Laptop einmal laden 60 Wh, LED-Licht und Kleinkram ~50 Wh. Macht rund 980 Wh Bedarf – plus 15 % Wechselrichter-Reserve landest du bei etwa 1.130 Wh.
Ergebnis: Für dieses Profil ist eine 1-kWh-Klasse-Powerstation knapp, aber mit Solar-Nachladung tagsüber passend – ohne Solarpanel nimmst du besser die nächstgrößere Klasse. Lässt du die Kühlbox weg (Kühlschrank im Wohnmobil läuft über Gas), reicht schon die 700-Wh-Klasse locker.
Welche Größenklasse für welchen Camping-Typ?
Aus unseren Powerstation-Checks ergeben sich vier sinnvolle Größenklassen – die Tabelle unten ordnet sie den typischen Einsatzprofilen zu. Als Faustregel: Lieber eine Klasse größer kaufen, als ständig am Limit zu planen – und bei mehrtägigen Touren ohne Landstrom gehört ein Solarpanel dazu, sonst ist auch die größte Station irgendwann leer.
Kann ich die Powerstation unterwegs nachladen?
Ja – und beim Camping ist das der eigentliche Gamechanger. Die aktuellen Modelle laden per Solarpanel nach (die MPPT-Regler moderner Stationen holen auch bei Teilabschattung noch brauchbare Erträge), viele zusätzlich über den 12-V-Anschluss im Auto während der Fahrt. Wer sein Balkonkraftwerk mit einem EcoFlow-System betreibt, kann die Powerstation sogar doppelt nutzen: zu Hause als Balkon-Speicher, unterwegs als Camping-Kraftwerk.
| Größenklasse (Wh) | Typisches Einsatzprofil | Beispiele aus unseren Checks (Kapazität in Wh) |
|---|---|---|
| 700 – 800 Wh | Wochenend-Trip ohne Kühlbox: Handys, Laptop, Licht, Drohne | EcoFlow RIVER 2 Pro (768 Wh), Anker SOLIX C800 Plus (768 Wh), Bluetti EB70 (716 Wh) |
| 1.000 – 1.300 Wh | Wochenende mit Kühlbox oder 3–4 Tage ohne – der Standard-Sweet-Spot | EcoFlow DELTA 2 (1.024 Wh), Anker SOLIX C1000 Gen 2 (1.024 Wh), Bluetti AC180 (1.152 Wh), Jackery Explorer 1000 Plus (1.264 Wh) |
| 2.000 – 2.100 Wh | Familie mit Kühlbox und Küchen-Geräten, längere Touren mit Solar | Bluetti AC200L (2.048 Wh), Jackery Explorer 2000 Plus (2.042 Wh) |
| ab 4.000 Wh | Dauercamper, autarke Wohnmobil-Setups, zugleich Notstrom fürs Haus | EcoFlow DELTA Pro 3 (4.096 Wh) |



